Auch als Ort für Tagungen und Seminare soll Itzehoe Gäste anlocken.
Itzehoe / ara/lpe - Mit einem großen Bündel an Aufgaben trat er vor gut vier Monaten seinen Dienst in der Kirchenstraße an. Eine dieser Aufgaben wurde Stadtmanager Wolfgang Helms von den Entscheidungsträgern dabei besonders ans Herz gelegt: Förderung des Tourismus. Wie sieht es damit aus?
Im Moment offenbar recht gut. „Im Vergleich zum Vorjahr haben wir deutlich mehr Zuspruch, ob das jetzt hier vor Ort ist, per Telefon oder über unsere Internetseite“, schildert Helms. Dabei mache sich die Mitgliedschaft im Verein Unterelbe Tourismus bezahlt, denn dieser arbeite eben auch für die Region Itzehoe. Im Januar habe der Verein 500 Mal Informationsmaterial herausgeschickt – „das ist das, was sonst in einem Jahr anfiel.“ Auch in Itzehoe sei es spürbar mehr geworden, berichtet der 44-Jährige.
Mit einem Beispiel erläutert er, wie die Werbung funktioniert: Nach einem Bericht in einer Hamburger Tageszeitung habe ein Ehepaar aus Seevetal spontan Itzehoe besucht, um eventuell einen Familienausflug in die Störstadt zu planen. Bei Helms fanden sie Hilfe: „Das Unkomplizierte hat die sehr begeistert.“ Wirkung zeige auch die Leuchtreklame, die seit November das Büro des Stadtmanagements als Tourist-Information ausweist. Das habe Signalwirkung für Gäste, aber auch Einheimische, die sich beispielsweise mit Radwegekarten eindecken. Einen wichtigen Anhaltspunkt liefert auch das Gastgeberverzeichnis, das seit rund einem Monat auf der Internetseite des Vereins „Wir für Itzehoe“ (www.wirfueritzehoe.de) zu finden ist. „Das wird genutzt“, stellt Helms fest. Im Durchschnitt habe jeder der Anbieter 50 bis 60 Zugriffe zu verzeichnen. Die Angebote für Tagestouristen würden primär über den Verein Unterelbe Tourismus und die Marketingkooperation Städte in Schleswig-Holstein (MaKS) beworben. Doch Helms will auch die Möglichkeiten im Bereich Geschäftstourismus zusammentragen: „Das Angebot ist so vielfältig und interessant, Itzehoe ist ein gefragter Ort für Seminare und Schulungen – die Räumlichkeiten dafür sind vorhanden, man muss sie nur entsprechend vermarkten.“ Tagungsorte vom Theater über den Kulturhof bis zum Innovationszentrum IZET und dem Hotel „Mercure“ sollen in einer Rubrik auf der „Wir“-Homepage landen, aber auch in einer Datenbank der MAKS. Als Ergänzung stellt sich Helms das „Drumherum“ vor, das von Taxirufnummern bis zum Rahmenprogramm reichen soll. Das Stadtmanagement helfe jetzt schon dabei, das Beiprogramm für ein großes „Haus & Grund“-Treffen im Theater im Juni zu gestalten. Der Gedanke: Wenn sich die Stadt bei diesen geschäftlichen Treffen gut darstelle, kämen die Teilnehmer vielleicht privat wieder oder berichteten von dem leistungsfähigen Ort, in dem sie zu Gast waren. Wird 2008 also ein touristisch gelungenes Jahr für Itzehoe? Helms ist vorsichtig: Immerhin werde nach dem Verkauf an den Kreis die Jugenherberge schließen, wenn auch wohl erst im Spätherbst. „Das darf man nicht unterschätzen“, kommentiert der Stadtmanager den Wegfall der günstigen Bleibe. „So eine Art von Übernachtungsmöglichkeit ist zwingend notwendig.“
(Norddeutsche Rundschau, 05. März 2008)
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