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Sinkende Umsätze auf dem Weihnachtsmarkt
Den Kunden sitzt das Geld längst nicht mehr so locker in der Tasche – das merken auch die Standbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt.
Itzehoe – Heute Nacht geht der Weihnachtsmarkt zu Ende, um den Jahreswechsel herum haben die Buden noch einmal geöffnet. Die Bilanz der Betreiber nach rund fünf Wochen: Das Geschäft mit Bratwurst, Süßwaren und Geschenkartikeln lohnt sich immer weniger. Der Umsatz ist bei vielen nicht so wie erhofft, und die Standgebühren sind den meisten zu teuer.

„Es war wenig los – aber wenn welche da waren, war die Stimmung gut.“ So bilanziert Andreas Beermann seinen ersten Auftritt auf dem Weihnachtsmarkt. Für seinen selbst ausgebauten Hof mit Restaurant und Veranstaltungsräumen in Borsfleth konnte er mit dem Stand in der Feldschmiede, Höhe „Kloppenburg“, Werbung machen, aber: „Man merkt, dass die Leute weniger Geld haben“ – das sei auch verständlich, weil es ihnen ja von anderen aus der Tasche gezogen werde.

Günther Hadelei beklagt bis zu 40 Prozent weniger Einnahmen als noch im Vorjahr. Der 49-Jährige hatte einen Verkaufsstand mit Geschenkartikeln in der Feldschmiede gegenüber „Douglas“ aufgebaut. „Das Geld fehlt vielen halt. Essen ist wichtiger als Sachen für das Auge“, so Hadelei.

alt Aber auch dabei ist die Sättigung erreicht. Der Geldbeutel sitze nicht mehr so locker, bedauert Uwe Cordts. Der 67-Jährige aus Kellinghusen stand im zweiten Jahr mit seinem Zuckerwarengeschäft in der Kirchenstraße. Dieses Jahr habe er weniger verkauft. „Seit wir den Euro haben, geht der Umsatz immer mehr zurück“, so Cordts. Elke Hinrichsen, Inhaberin des Pommes-, Wurst- und Glühweinstandes in der Kirchenstraße, macht das Wetter für den schlechteren Umsatz verantwortlich: „In der ersten Woche hat es nur geregnet. Da mag ja kein Mensch auf die Straße.“

Größer als das Bedauern über die fehlenden Kunden ist bei vielen der Ärger über die gestiegenen Standgebühren. Bisher kontrollierte die Stadt die Budenmaße nur stichprobenartig. Dieses Jahr wurde jede Bude auf dem Weihnachtsmarkt einzeln vermessen. Das Ergebnis: „Die Quadratmeterzahl ist wesentlich höher und damit auch die Sondernutzungsgebühr“, so Hans Joachim Kruse, Leiter des Amtes für Bürgerdienste. Damit stiegen die Standgebühren – ein Schlag auch für Carmen Amelsberg, Mitinhaberin der Bratwurstbude Ecke Feldschmiede/Kirchenstraße. Da Mülleimer und Tisch mit zur Sondernutzungsfläche zählen, also ein Mehr an Kosten bedeuten, überlegt sie „diesen Service im nächsten Jahr einzuschränken“. Günther Hadelei denkt darüber nach, im kommenden Jahr nicht mehr aufzubauen. „Es lohnt sich unter den Bedingungen einfach nicht.“

Das sieht Werner Frings anders. Mit seinem Waffel- und Heißgetränkestand in der Breiten Straße machte er „zwar weniger Umsatz als im vergangenen Jahr, aber wir sind zufrieden“. Und auch Doris Rasch von der Weihnachtsbäckerei vor „Hertie“ zieht trotz steigender Kosten eine positive Bilanz. „Eier und Mehl sind zwar teurer, und man muss um die Kunden kämpfen – aber es macht einfach Spaß, auf dem Weihnachtsmarkt zu arbeiten.“

KRISTINA RÖHRS

(Norddeutsche Rundschau, 31. Dezember 2007)