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Neue Stadtmanagerin aus Wewelsfleth

Erstmals eine Frau an der Spitze der Stadtmanagement Itzehoe GmbH: Lydia Keune-Sekula (45) übernimmt Anfang 2011

„Ich freue mich total auf die Aufgabe. Ich habe da richtig Lust zu." Ab Januar, spätestens Februar 2011, wird Lydia Keune-Sekula (45) los legen: Die Wewelsfletherin wird neue Geschäftsführerin der Stadtmanagement Itzehoe GmbH. Martin Ott und Dr. Ralf Schwedler als Vertreter der Gesellschafter „Wir für Itzehoe" und Stadt haben gestern Nachmittag die Nachfolgerin von Wolfgang Helms vorgestellt, der die Stadt Richtung Bremen verlässt.

nr101105„Wir glauben, dass wir mit ihr die optimale Besetzung gefunden haben", sagte Ott. Besonders wichtig seien gute Kommunikations- und Integrationsfähigkeit. Lydia Keune-Sekula könne Begeisterung wecken für die Anliegen des Stadtmanagements, so der Eindruck der Gesellschafter. Sie kenne die „Baustellen und Befindlichkeiten" in Stadt und Umland und sei in der Region verwurzelt. Hinzu komme die ausgewiesene Stärke im Bereich Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, so Ott. Wichtig sei zudem die Kontinuität, damit keine Lücke bei der Verantwortlichkeit im Stadtmanagement entstehe.

Die GmbH lebe vom ehrenamtlichen Engagement im Verein „Wir für Itzehoe", sagte Schwedler. Die Querelen der vergangenen Monate habe die Stadt mit Sorge gesehen. Jetzt werde von der neuen Stadtmanagerin erwartet, dass sie die Ehrenamtler motiviere. Deren Engagement „ist nicht tot, es hat nur geschlafen", so Schwedler.

„Die eigentliche Aufgabe wird sein, in Gespräche zu gehen", sagte Lydia Keune-Sekula. „Damit werde ich sofort anfangen." Die Hauptakteure kenne sie nicht, sie werde mit einem offenen Ohr und vorurteilsfrei auf sie zugehen. Ihre Arbeit als psychologische Beraterin im Wewelsflether „Waterhuus" führt sie nebenberuflich weiter - und sie denke, dass ihr diese Fähigkeiten auch bei der Arbeit als Stadtmanagerin zugute kommen werden. Sie wisse um die Untiefen, sagte Lydia Keune-Sekula und fasste ihre erste Aufgabe so zusammen: „Zuhören, Konsense finden." Deutliche Worte scheut sie nicht, im Umgang sei sie „relativ handfest", so die 45-Jährige. Insgesamt wünscht sie sich „ein bisschen mehr Leichtigkeit, Fröhlichkeit. Es wäre gut, wenn wir uns alle gegenseitig unterstellen, dass wir es gut miteinander und mit Itzehoe meinen."

Die Stadt kann es gebrauchen, da sind sich alle einig. Die Belebung der Innenstadt als zentraler Treffpunkt spielt eine große Rolle. Schwedler hofft auf mehr Veranstaltungen, mehr Menschen, „auch zu anderen Jahreszeiten". Vieles sei gut, sagt die neue Stadtmanagerin. Man müsse sehen, was dazu passe, dabei „gern auch schräger denken" und den Handel im Blick behalten. „Ich habe schon schlaflose Nächte, so viel denke ich darauf herum." Itzehoe müsse dem Kreis wieder zeigen, dass es eine tolle Stadt sei. „Die Stadt braucht mehr Strahlkraft in die Fläche."

Arbeiten muss sie auch für die Zukunft des Stadtmanagements. Bis Ende 2012 ist der Zuschuss der Stadt gesichert. Für die Zeit danach müsse die „optimale Aufstellung" erarbeitet werden, sagte Ott. Dazu müssten im kommenden Jahr schon „entscheidende Grundlinien" gefunden werden, ergänzte Schwedler. Die Stadtmanagerin dazu: „Furchtbar gern" wolle sie etwas bewegen und so viele Impulse schaffen, dass die Motivation geweckt werde, das Stadtmanagement weiter zu unterstützen.

Unterstützung braucht sie zunächst einmal selbst, wie Ott betonte. Der Vorsitzende des Vereins „Wir für Itzehoe" warb um einen Vertrauensvorschuss für Lydia Keune-Sekula. Und er äußerte die „herzliche Bitte, dass sich die Mitglieder darum bemühen, dass die Start-Voraussetzungen für Frau Keune-Sekula optimal sind". Er wünsche ihr für die Aufgabe „viel Glück, Erfolg und gutes Geschick".   Lars Peter Ehrich

(Norddeutsche Rundschau, 5. November 2010)