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Stadtführung auf Dänisch
nr100729Itzehoe - Sie lebt in Tegelhörn, arbeitet in einem Modegeschäft in der Breiten Straße, kennt Itzehoe wie ihre Westentasche, fühlt sich wohl in der Stadt. Nur wenn Ann Göpel erzählt, bemerkt der Zuhörer, dass die 62-Jährige keine gebürtige Itzehoerin ist. Der sympathische dänische Akzent, der noch ein wenig durchklingt, verrät ihre Herkunft. „Ich wurde in Kopenhagen geboren und bin auf Fünen aufgewachsen", erzählt sie. Itzehoe kennt sie trotzdem schon von Kindesbeinen an. Denn ihre Tante lebte in Wedel und im Urlaub war Ann Göpel oft zu Besuch.

Später verschlug es sie zwar erst nach Aachen, doch seit 25 Jahren ist Itzehoe ihre Heimat. Und diese möchte sie jetzt auch Landsleuten näher bringen. Weil in der Touristik-Information immer mal wieder Anfragen nach Stadtführungen auf Dänisch eingingen, wurde nach einer Stadtführerin gesucht, die diese Sprache beherrscht - und Ann Göpel meldete sich. „Ich interessiere mich für Geschichte. Es gibt viele Verbindungen zwischen Itzehoe und Dänemark, zum Beispiel den Ochsenweg", erzählt sie. Zudem seien dänische Soldaten in der Stadt stationiert gewesen. „Viele Veteranen kommen noch einmal her, um die Stadt zu besichtigen", erzählt die 62-Jährige.

Den Besuchern wird sie die Innenstadt mit Rathaus, Wenzel-Hablik-Museum, Burg, Prinzeßhof, theater itzehoe, St. Laurentii und Klosterhof zeigen. Auch die Störschleife müsse natürlich „unbedingt erwähnt" werden. „Wenn es Schwerpunktwünsche gibt, zum Beispiel wenn alte Soldaten noch mal an den Langen Peter wollen, muss ich gucken, wie ich das einbinde", erklärt sie. Geprobt hat sie schon oft, wenn sie ihrer eigenen dänischen Familie die Stadt gezeigt hat. „Das Theater wird immer sehr bestaunt", erzählt sie. „Welche Stadt von dieser Größe hat schon ein eigenes Theater?" Auch die Stolpersteine, die an jüdische Bürger erinnern, fielen oft positiv auf. Ann Göpel selbst findet den Klosterhof sehr schön. „Das ist eine richtige Idylle."  kgo

(Norddeutsche Rundschau, 29.08.2010)