Startseite Presse 2. Vorsitzender Thomas Hoffmann in Kampfabstimmung knapp bestätigt
2. Vorsitzender Thomas Hoffmann in Kampfabstimmung knapp bestätigt
Itzehoe - Die Palastrevolution hat statt gefunden - nur erfolgreich war sie nicht. Denkbar knapp mit sechs Stimmen Vorsprung bestätigten die Mitglieder des Vereins „Wir für Itzehoe" den 2. Vorsitzenden Thomas Hoffmann in einer Kampfabstimmung gegen die bisherige Beisitzerin Elfi Lang. Teile des Vorstands - inklusive des Vorsitzenden Martin Ott - hatten den anwesenden 103 Mitgliedern im Hotel „Mercure" angekündigt, im Falle einer Nicht-Wahl Hoffmanns zurückzutreten. Die lebhafte Debatte vor der Wahl hatte viele Kontroversen hinter den Kulissen zum Vorschein gebracht. Zunächst verkündete Ott, dass Stadtmanager Wolfgang Helms sich für eine weitere Woche krank gemeldet habe und es daher von ihm auch keinen Rechenschaftsbericht geben werde. Dies sei umso bedauerlicher, da es immer wieder Klagen von Mitgliedern über seinen Umgang mit ihnen gegeben habe. „In den vergangenen Monaten hat es einiges an Zeit und Energie gekostet, die Wogen zu glätten." Dies mache ein Problem deutlich: „Oft klafft eine große Lücke zwischen individuellen Ansichten und dem gemeinsamen Oberziel, Itzehoe voran zu bringen", so Ott. Deshalb habe der Vorstand öffentlich klar gestellt, „dass nicht immer einer für alles verantwortlich ist". Das habe Druck von Helms genommen.

Regelmäßig werden die Vorhaben verschiedener Arbeitskreise mit dem geschäftsführenden Vorstand erörtert, es werde versucht, Schnittmengen von Verein und GmbH zu bilden, sagte Ott. „Dabei kam es zu Auseinandersetzungen darüber, wer was mitgeteilt bekommt." Die Idee, eine große Runde von Erfahrungsträgern zu bilden, die ihre Vorstellungen bündeln, habe nicht zum Erfolg geführt: „Wir sind nicht effizient und anfällig für Auseinandersetzungen."

Dennoch trat Ott, anders als im vergangenen Jahr angekündigt, nicht zurück. Er sei darum in eindringlichen Gesprächen gebeten worden, und die Suche nach einem Nachfolger gestalte sich außerordentlich schwierig. Auch sei ihm signalisiert worden, dass es „im Bereich der beiden großen Parteien" Widerstand gegen einen Wechsel im Vorstand gebe - immerhin muss bald wieder über den finanziellen Beitrag der Stadt zum Stadtmanagement gesprochen werden.

Eine breite Mitgliederschaft solle sich in der Vorstandsarbeit wiederfinden, Partikularinteressen sollten den Vorstand nicht zum Kippen bringen. Es stünden viele große Aufgaben an, für die eine erfahrene Vorstandsführung mit Kontinuität erforderlich sei, so Ott. Doch zwei Vorstandskollegen scherten aus. Beisitzer Tobias Rückerl schlug Beisitzerin Elfi Lang als 2. Vorsitzende vor. Diese kündigte an, die Arbeit aktiv gestalten zu wollen. „Es ist gut, wenn Mitglieder eine Wahl haben - in Kauf nehmend, dass die ganze Herrenriege zurück tritt. Das tut mir leid, ich stehe aber zu meinem Wort."

So kam es zu dem Ultimatum des Vorsitzenden - und zu einem kleinen Aufruhr im Saal ob dieses Demokratieverständnisses. In geheimer Wahl setzte sich Hoffmann knapp gegen Elfi Lang durch. Diese wurde dann in offener Wahl ebenso einstimmig als Beisitzerin wiedergewählt wie Schatzmeister Reinhold Schack und Beisitzer Sven Haltermann.  Ludger Hinz

(Norddeutsche Rundschau, 7. Juli 2010)