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Butterbrot und Spiele - „Nachtschwärmer" in der Biedermeier-Zeit
nr090727Itzehoe/ara - Jeder genoss den Abend auf seine Weise: Während Mami und Papi im Kino oder einem schicken Restaurant weilten, wanderte der Nachwuchs auf den Spuren von Prinzessin Juliane und entdeckte die Geschichte des Prinzeßhofs: die erste „Nachtschwärmer"-Aktion im Kreismuseum.

Monika Anders gestaltete den Ausflug in die Biedermeier-Zeit für zwölf Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren, unterstützt von Sandra Rohwedder. Zum Beispiel mit einer Schnitzeljagd: „Stellt euch vor die Treppe beim Hinterausgang des Museums und sucht am Gebäude nach der Zahl, wann es erbaut wurde." Schnell war die Jahreszahl 1556 gefunden, die groß an der Fassade prangt.

Es gab kein elektrisches Licht, kein Fernsehen und auch keine Autos in der Biedermeier-Zeit. „Man sang fröhliche Lieder und lustige Abzählverse", erklärte die Sozialpädagogin. Dazu passte die nächste Aufgabe der Schnitzeljagd, die Christian (9) vorlas: „Spielt das Biedermeierspiel ‚Ringlein, Ringlein, du musst wandern‘." Die Kinder bildeten einen Kreis, wer darin stand, musste raten, wo der Ring war, der hinter den Rücken der Teilnehmer umher wanderte. Und dazu natürlich das Lied: „Ringlein, Ringlein, du musst wandern, von dem einen zu dem andern." Lied vorbei - und wer hatte den Rang jetzt? Annika (7) tippte richtig und war erlöst: Monika Anders musste als nächste ran.

Butter wurde in der Biedermeier-Zeit selbst hergestellt. Wie das funktioniert, lernten die Kinder beim Picknick - im Museum, es regnete. „Ihr müsst euch vorstellen, wir sitzen draußen auf einer grünen Wiese und die Vögel zwitschern", sagte Monika Anders, mit den Kindern auf einer Wolldecke zwischen den Exponaten sitzend. Sandra Rohwedder reichte mehrere mit Sahne gefüllte Behälter herum, die es kräftig zu schütteln galt. „Das klumpt ja schon", bemerkte Tabea (9) schnell.

Wenige Minuten später war es geschafft. „Und? Wie schmeckt die Butter?", wollte Monika Anders wissen, die dazu selbst gebackenes Kartoffel- und Mehrkornbrot reichte. „Gut", fand Svenja (9), „kann ich noch mehr haben?" Sören (6) ist eigentlich kein Liebhaber von Butter: „Ich esse zu Hause auch keine." Doch bei dem frischen Brot mit selbst gemachter Butter sah es anders aus: „Jetzt mag ich das doch."

Als süße Nachspeise gab es einen Schokoladenkuchen, schließlich wurde die Kakaobohne in der Biedermeier-Zeit entdeckt. Schon stand die nächste Station auf dem Programm: abendlicher Spaziergang zum Julienstift. Sören hatte sich satt gegessen: „Ich kann gar nicht mehr aufstehen." Leichte Bedenken hatte Swantje (7): „Was ist denn, wenn unsere Eltern uns jetzt abholen wollen?" Und gleich hinterher: „Ach, die können warten." [] Nächste Termine: Sonnabend, 8. und 22. August, 18 bis 22 Uhr. Kosten: 15 Euro pro Teilnehmer. Anmeldung im Kreismuseum Prinzeßhof, 04821/64068. Infos auch unter www.sh-elternfrei.de.

(Norddeutsche Rundschau, 27. Juli 2009)