Startseite Presse Gedränge am Hafen beim Fest der Störschipper
Gedränge am Hafen beim Fest der Störschipper

Zwei Tage maritimes Flair am Hafen:
Das Störschipperfest war wieder ein Publikumsmagnet.

Itzehoe - Der anhaltende Ostwind war Schuld: Verspätet kamen die gut 20 traditionellen Schiffe im Suder Hafen an. Umso gespannter warteten hunderte Besucher beim 5. Störschipperfest am Ufer auf die Einlaufparade der Gaffelrigger.

stoerschipperfest-hafenDirekt an der Kaimauer genossen neun Bewohner des Cläre-Schmidt-Senioren-Centrums den Blick auf die Stör. Darunter auch Willi Rusmann, der bis 1988 kaufmännischer Leiter der Wewelsflether Werft war. Nach wie vor fühle er sich m it der Schifffahrt sehr verbunden, sagte der 88-Jährige. „Uwe Jens Lützen hat uns hier den besten Ausblick verschafft", lobte Heim-Mitarbeiterin Ellen Kühn den Organisator.

Am Deich hinter dem Störpavillon lauschte Karl-Heinz Blohm aus Itzehoe an seinem Funkempfänger. „Ich hatte gedacht, dass ich den Schiffsfunk mithören kann", sagte er - doch sein Empfänger schwieg. Neben ihm warteten Hedwig Kappel aus Kellinghusen und Lothar Schröder aus Itzehoe gespannt auf die Parade. Der 81-Jährige erinnerte sich an seine Jugendzeit: „Meine Großmutter wohnte hier in der Dorfstraße", auf den Störwiesen sei er damals viel herumgelaufen.

Dann der Ruf: „Da, ein Schiffsmast." Alle Schaulustigen auf dem Deich blinzelten in die Sonne. Hinter der Deichkrone tauchte der Mast des 1898 erbauten Ewers „Gloria" auf. Angeführt wurde die Parade von der „Barbara", einem Helgoländer Börteboot, das als erstes den Hafen erreichte. Heiko Gauert begrüßte die Schiffe über seine Lautsprecheranlage, was die Besatzung meist mit einem Nebelhorn oder der Schiffshupe quittierte.

„Die Traumreise war wunderbar", fand Ulrich Grobe, Kapitän der „Gloria". Neun Passagiere nahm er aus Wewelsfleth mit, sie reisten sogar aus Brandenburg an. „Das Störschipperfest hat sich sehr zum Positiven entwickelt", lobte Grobe, seit Anfang an dabei.

Bürgermeister Rüdiger Blaschke erinnerte an das ehemalige verbriefte Stapelrecht von 1260, als er den Schiffsmannschaften mehrere Kisten mit Proviant übergab. Eine Brosche in Form eines Störs wurde in diesem Jahr an den jüngsten Schiffsführer vergeben. Jacob Nimz (10) aus Kasenort steuerte den Kutter „Fritz Lexow" unversehrt durch das ruhige Gewässer und erhielt den begehrten Preis.

Auch das Rahmenprogramm mit Hafenmeile, Musik und Tanz sowie Jet-Ski-Vorführungen auf der Stör kam gut an. Gestern Mittag fuhren die Traditionsschiffe mit ablaufendem Wasser wieder in Richtung Elbmündung. Stadtmanager Wolfgang Helms: „Das war eine tolle Auslaufparade mit viel Getute und Gewinke."

ANDREAS RADAJKIN

(Norddeutsche Rundschau, 18. Mai 2009)