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Lebenslust mit Stör – Fische als Werbung für die Stadt

Bunte Störe in ganz Itzehoe – mit dieser Aktion will das Stadtmanagement auf die Region aufmerksam machen.

Itzehoe – Mit Badehose und Perücke, im Zebra-Look, mit Firmenlogos, mit Blümchen oder ganz naturgetreu – 700 künstlerisch gestaltete Stinte wurden in Lüneburg ins Stadtbild gebracht – lockten Tausende Neugieriger in die Stadt.

„Das wäre doch auch was für Itzehoe“, meint Stadtmanager Wolfgang Helms. Natürlich nicht mit dem Stint, sondern dem Stör. „Die Stör und der Stör haben hier Bedeutung, das passt“, findet Helms.

Die Idee: Das Stadtmanagement sorgt für das Grundmodell – einen „nackten“ Stör von 1,50 Metern Länge. Unternehmen, Verbände, Vereine, Schulen und andere Institutionen, aber auch Privatpersonen können Modelle erwerben und nach ihren Vorstellungen gestalten. Die aufgepeppten Störe werden dann öffentlich aufgestellt – in der Stadt und der Region.

Um zu wissen, ob es überhaupt Interesse an der Aktion gibt, hat Wolfgang Helms bereits bei Firmen vorgefühlt. „Es gab eine sehr, sehr positive Resonanz“, freut er sich. „Ich habe schon die ersten Vorbestellungen.“ So haben zum Beispiel Firmen angekündigt, mehrere Modelle zu erwerben, um sie dann Kindergärten zur Gestaltung zu schenken.

Auch die Stadtteilmanager seien von der Idee angetan. Es seien gleich Pläne geschmiedet worden, so könne zum Beispiel eine Fahrradrallye zu den verschiedenen Stör-Standorten erarbeitet werden. Auch Vertreter des Vereins Unterelbe Tourismus seien begeistert. „Es sind alle im Boot“, sagt Helms.

Der Stadtmanager stellt sich vor, dass die Störe an Fassaden hängen, entlang der Stör stehen oder aber auch in der kleinen Rinne an der ehemaligen Störschleife planschen. Und vielleicht könne sogar ein Stör „um die Welt gehen“, zum Beispiel in die Itzehoer Partnerstädte.

„Die Aktion würde viele Leute neugierig machen und nach Itzehoe locken. Das wäre gut für den Tagestourismus“, meint der Stadtmananger. Und die Aktion passe hervorragend zum neuen Motto der Region Itzehoe: „Hightech und Lebenslust im Norden“. „Das spiegelt die Lebenslust wider. Es ist positiv besetzt, alle können mitmachen und es ist eine tolle Außendarstellung.“

Eine ähnliche Aktion fand entlang des Ochsenwegs vor einiger Zeit mit Ochsen statt – von denen allerdings die meisten schnell wieder verschwunden sind. Diese Gefahr sieht Helms beim Stör nicht. „Der Stör passt nach Itzehoe wie der Bär nach Berlin.“ Anders als bei den Ochsen könnten sich die Menschen damit identifizieren. „Und wir reden über eine ganz andere Preisschiene.“

Der Stör-Prototyp wird gerade von Itzehoer Kunstlehrern gefertigt. Der Aktionszeitraum soll von April bis Oktober 2009 sein. „Wir sind soweit. Das Feld ist bestellt“, sagt Helms. Nun gehe es an die konkreten Vorbereitungen. Und deshalb hat er einen Antrag bei der Stadt über einen Zuschuss in Höhe von 9000 Euro gestellt. Soviel kosten die Erstellung des Grundmodells sowie das Marketing. „Alle neuen Dinge, die wir anschieben, sind nicht im Budget“, erklärt Helms. Er hofft, Zudem hofft er, dass ihm die Sondernutzungsgebühr für die Standflächen der Störe erlassen wird.

Im Wirtschaftsausschuss wurde die Entscheidung vertagt – denn Helms konnte wegen anderer Termine nicht anwesend sein, um Fragen zu beantworten. Allzu viel Hoffnung, das zeigte die kurze Diskussion, kann er sich aber wohl nicht machen. Über die Sondernutzung könne man reden, aber den Zuschuss werde die CDU ablehnen, kündigte Dieter Eisenmann an. Zum einen sei der Zuschuss für das Stadtmanagement bereits erhöht worden, auch für die neue Beleuchtung habe es Geld gegeben. „Und es ist nicht ersichtlich, welchen Betrag der Antragsteller selbst leistet.“

Helms hofft dennoch auf Unterstützung der Politik. „Wenn das Projekt scheitert, dann nicht wegen mangelnder Begeisterung, sondern wegen mangelnder Finanzen.“

KATRIN GÖTZ

(Norddeutsche Rundschau, 27. November 2008)