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Mit wehenden Ohren ins Ziel

Auch die zweite Auflage des Dackelrennens war ein Erfolg. Mehr als 1000 Besucher schauten am verkaufsoffenen Sonntag zu.

Itzehoe - Wirbelnde Pfoten, fliegende Ohren und viele lachende Gesichter – wieder war Itzehoe für einen Nachmittag der Mittelpunkt der Dackelwelt. Knapp 90 Vierbeiner, Dackel und Nicht-Dackel, traten gestern beim „2. Itzehoer Dackelrennen“ vor dem Landgericht an. Mehr als 1000 Zuschauer hatten ihren Spaß.

Und dieser begann schon mit dem ersten Lauf. Nicht jeder Hund machte sich auf dem schnellsten Weg auf ins 50 Meter entfernte Ziel. Einige liefen gleich zurück, andere drehten direkt vor der Ziellinie ab, einer türmte gar von der Strecke. So konnte Moderator Michael Ruff, der eingangs wieder einige Begrüßungsworte von Schirmdackel „Trotzki“ geknurrt hatte, zwischendurch feststellen: „Wir haben wieder einen Dackel außer Kurs – zum Glück sind die immer relativ leicht einzusammeln.“ Nicht immer leicht hatte es seine Kollegin Anne-Grit Mikhart im Startbereich: Die aufgeregt bellenden Hunde verhinderten teilweise die Kommunikation mit dem Ziel.

nr080407Dort saßen Herrchen und Frauchen mit den Lockmitteln: Pfeifen, Bälle, Quietsch-Spielzeuge oder Würstchen. Frage von Ruff: „Was macht man mit einem Würstchen, wenn der Dackel nicht ankommt – selber essen?“ Einen Sonderapplaus verdiente sich Petra Voß aus Lägerdorf: Ein elektrischer Dekorations-Weihnachtsmann sollte den dreijährigen Dackel „Tillmann“ zu Höchstleistungen animieren. „Immer, wenn er aufgebaut ist, ist der Hund ganz verrückt danach“, schilderte die 43-Jährige. Doch leider brachte ihn ein Fehlstart in seinem Rennen aus der Konzentration, die Gruppe entschied sich für gemütlichen Trab über die Strecke.

„Witzig“ – dieser Kommentar von Carola Sauff aus Itzehoe war der meistgehörte. Vom Dackelrennen bewegte sie sich zum verkaufsoffenen Sonntag, wie wohl die meisten Besucher des Spektakels. Die anfangs, als es noch regnete, durchwachsen frequentierte Fußgängerzone füllte sich im Laufe des Nachmittags.

Beim Dackelrennen war es von Beginn an voll. Schlicht „toll“ fand Ria Gondlach (52) aus Heiligenstedtenerkamp die Veranstaltung. Rauhaardackel „Erik“, bald vier Jahre alt, sei gut gelaufen, befand ihr Mann Heinz (73). Aufregend sei das Ganze für die Tiere: „So viele Hunde und Menschen.“ Mancher Vierbeiner stand nach seinem Auftritt zitternd am Zaun – Adrenalin pur, wie die Renn-Tierärztin Friederike Unkel-Mohrmann bestätigte.

Positiv entlud sich die Spannung bei Familie Schneider aus Bosau und Seedorf am Plöner See: Zwar hatten „Rüdiger“ und „Smartie“ den großen Wurf nicht geschafft, dafür aber ihre Tochter „Trudi“: Als Vorlaufschnellste ging sie ins Finale und landete auch dort vor Vorjahressieger „Arnold“. Urkunden und Leckerli gab es aber für alle.

„Begeistert“ war Mit-Organisator Björn Gerbers: „Es ist eine der sympathischten Veranstaltungen, die ich je organisieren durfte.“ Itzehoe habe sich als Dackel- und Laufstadt gezeigt – mit solch kleinen Dingen komme die Stadt voran: „Es gab eine Medienpräsenz, die unbezahlbar ist für Itzehoe.“ Wuff!

LARS PETER EHRICH

(Norddeutsche Rundschau, 07. April 2008)