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Die Störschleife soll wieder in die Stadt Nach einer gut einjährigen Vorbereitungsphase hat sich in diesen Tagen in Itzehoe der Verein „Störauf“. gegründet. 14 Gründungsmitglieder wollen mit dem Verein die Öffnung der vor fast 40 Jahren zugeschütteten Störschleife im Zentrum Itzehoes vorantreiben. „Die Stadt soll dadurch wieder an Lebendigkeit und Attraktivität gewinnen. Und die Wirtschaft einen dringend notwendigen Schups nach vorn bekommen,“ so Michael Ruff, der erste Vorsitzende des Vereins.
Er ist in durchaus guter Gesellschaft. Zu den weiteren Gründungsmitgliedern zählen unter anderem Sven Haltermann (2. Vorsitzender), Julius Ehlers, Martin Kayenburg, Prof. Dr. Ralf Thiericke und Lydia Keune-Sekula sowie Dr. Andreas Koeppen. „Wir sind hier nicht aus unseren Funktionen heraus, sondern als Privatpersonen zusammengekommen,“ so Ruff weiter, „um eine Vision, die uns fasziniert hat, weiter zu verfolgen´. Dies geschah bisher unter Ausschluss von Öffentlichkeit, “weil wir auch dachten, die halten uns für verrückt“. Doch mittlerweile sei klar, dass das Projekt grundsätzlich realisierbar sei. Mit der Vereinsgründung wolle man nun ein Zeichen setzen und in die Öffentlichkeit gehen: „Nun wollen wir viele weitere Mitglieder gewinnen, um dem Projekt eine gute Ausgangsbasis zu geben,“ so Prof. Dr. Thiericke. Zu den Kosten einer Realisierung könne man in dieser Phase noch keine seriöse Schätzung abgeben, so Martin Stepany, Schatzmeister des Vereins. Das hänge sehr von der Ausgestaltung des ca. ein Kilometer langen Flusslaufes ab. Sicher sei jedoch, dass man bei der Finanzierung mehrere unterschiedliche Quellen erschließen und der Rückbau in mehreren Phasen verlaufen müsse. „Dies ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein großes Vorhaben, das – ähnlich dem Projekte der Dresdner Frauenkirche – viel Zeit und viele Unterstützer braucht.“
In den 1970er Jahren wurde in Itzehoe die letzte Flächensanierung eines Altstadtbereiches in Schleswig-Holstein durchgeführt. Der Altstadtkern der „Neustadt“ wurde großteils abgebrochen und die darum herum führende Schleife der Stör zugeschüttet. Nach Bürgerprotesten wurde der historische Stadtgrundriss zwar erhalten, die „Störschleife“ blieb aber zugeschüttet. Der Stadtumbau blieb unvollendet, wichtige Flächen im Bereich des Theaters sind bis heute nicht bebaut. Die Schließung des „Hertie“-Kaufhauses in der Breiten Strasse schafft zusätzliche Probleme. Insgesamt wird Itzehoe heute nur noch von wenigen Menschen als lebenswerte und interessante Stadt wahrgenommen. „Die Politiker hatten gute Gründe, sich damals für eine Zuschüttung der Stör zu entscheiden“, sagt Lydia Keune-Sekula. Rückblickend müsse man wohl aber auch sehen, dass mit dem Flusslauf ein Stück der Identität der Itzehoer verlogen gegangen sei. Daher gebe es heute wiederum gute Gründe, diese Entscheidung rückgängig zu machen. Mit der Gründung von „Störauf“ möchte man die Stadt und ihre Einwohner motivieren, sich positiv mit ihrer Zukunft auseinander zu setzen und die Störschleife als zentrales Element einer positiven Stadtentwicklung anzustreben. „Der Verein will Wege aufzeigen, moderieren und motivieren, um eine Öffnung der Störschleife zu ermöglichen. Er will Informationen zur Verfügung stellen und mit Aktionen in der Öffentlichkeit das Projekt fördern,“ betont Ruff. Dafür habe der Verein in mehrmonatiger Arbeit ein Konzeptpapier entwickelt, welches unter www.stoerauf.de zur Verfügung stehe. Für Dienstag, den 4. Oktober, ist eine große Informationsveranstaltung im Studio des Theaters Itzehoe geplant, in deren Rahmen das Projekt vorgestellt werden soll und die Protagonisten des Vereines Rede und Antwort stehen.
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